Der DAV
bietet ein ausgeklügeltes Konzept für Juristen/innen, die ihr 1. Staatsexamen hinter sich haben. Angesprochen sollten sich alle die fühlen,
die wissen, dass sie den Anwaltsberuf ergreifen werden und weder Richter noch in die Wirtschaft wollen. Das sind immerhin 75% der jährlich
bundesweit 10.000 Kandidaten, die erfolgreich das 2. Staatsexamen bestanden haben. Jedoch hat man in der heutigen Zeit als angehende/r
Anwalt/in viele Hürden zu meistern und es genügt einfach nicht, das 2. Examen in der Tasche zu haben. Am 1. Januar 2004 betrug die Anzahl der
in Deutschland zugelassenen Rechtsanwälte 126.799, Tendenz steigend mit 8.000 jährlich neu zugelassenen Rechtsanwälten. Jedoch brechen
jährlich 15% den Anwaltsberuf ab, und das durchschnittliche Einkommen eines Anwalts ist auch nicht mehr das, was es mal früher war. Deshalb
ist es von Vorteil, sich durch eine Weiterbildung auf den Anwaltsberuf vorzubereiten, wenn es das vorhandene staatliche Ausbildungsmodell
nicht hinreichend schafft.
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Denn leider sieht die
Realität unserer Ausbildung
ganz anders aus.
Die nämlich, zielt darauf ab uns alle zum Richteramt zu befähigen.
Ich möchte ja nicht kritisieren das es schlecht ist als Anwalt/in
eine fundierte wissenschaftliche und
praxisorientierte Ausbildung zu haben.
Jedoch bitte nicht nur aus der Sicht, dass wir alle Richter werden.
Die
Verantwortlichen haben es versäumt, das Jurastudium der heutigen
Realität anzupassen und die Lehrinhalte auch auf den
Anwaltsberuf
auszudehnen. Damit müssen wir leider leben oder können andere
Konzepte in Anspruch nehmen. Das
DAV-Ausbildungsmodell ist an die zweijährige Referendarszeit gekoppelt.
Während man nach seinem 1. Examen auf die Zuweisung einer
Referendarsstelle
wartet, kann man schon die Studienbriefe des 1. Blocks des Ausbildungskurses
bearbeiten. Hierfür benötigt man
bei einem Vollzeitstudium etwa einen
Monat.
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Dieser 1. Block
dient der Vorbereitung auf die praktische DAV-Anwaltausbildung
und wird als Fernkurs an der Uni-Hagen angeboten. Während der ersten 12
Monate der Referendarszeit werden die Stationen in ZivilR, StrafR und VerwR
normal absolviert. Auch in diesem Zeitraum kann man
noch die ersten Studienbriefe
bearbeiten. Die nächsten 12 Monate des Referendariats sind Teil der DAV-Anwaltsausbildung
und
beinhalten den praktischen Teil. Diese Zeit (Anwalts- und Wahlstation) wird
in einer DAV-Ausbildungskanzlei absolviert.
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Der DAV vermittelt die freien Ausbildungsplätze, die Ausbildungskanzlei
wählt von den Referendarbewerbern den aus, der von der Leistung und
Persönlichkeit in seine Kanzlei passt. Dafür kümmert sich
dann ein Anwalt/in persönlich während der nächsten 12 Monate
um den Referendar/in. In dieser praktischen Aus-bildungszeit soll der Referendar/in
die verschiedenen Bereiche einer Kanzlei kennen lernen, von Kanzleiorganisation,
Honorar-gestaltung, Kostenrechung, bis hin zum verfassen von Klageschriften
oder der Begleitung des Ausbilders bei Gericht oder Verhandlungen. Das Curriculum
des praktischen Teils der DAV-Anwaltsausbildung enthält 88 Pflichtarbeiten
die bearbeitet werden müssen, jedoch eine gute Vorbereitung für
die Klausuren des 2. Staatsexamens sind. Am Ende der praktischen Ausbildungszeit
geht man dann besser vorbereitet ins 2. Examen. Jedoch kann man den theoretischen
Teil der DAV-Ausbildung auch während der Referendarszeit absolvieren. |
Während der praktischen Ausbildung oder nachdem man das 2. Staatsexamen
in der Tasche hat, ist der 2. Block der theoretischen DAV-Anwaltausbildung zu
absolvieren. Dieser wird wieder als Fernstudium an der Uni-Hagen durchgeführt,
dauert (bei Vollzeitstudium) ca. zwei Monate und beinhaltet die Bearbeitung
von 54 Prüfungsaufgaben. Wer insgesamt die Hälfte der Prüfungsaufgaben
erfolgreich bearbeitet hat, hat die theoretische DAV-Ausbildung bestanden. Der
Lohn der ganzen Sache: das DAV-Ausbildungszertifikat. Ein Absolvent der DAV-Anwaltsausbildung
hat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das mühselige Antrainieren der
Neuanwälte durch die Kanzleien entfällt. Gegebenenfalls übernimmt
die Kanzlei, in der man seine DAV-Ausbildung absolviert hat, den Absolventen
sogar direkt danach. Für diejenigen von euch, die den Anwaltberuf ergreifen
möchten, ist es ein eine gute Möglichkeit, sich auf den zukünftigen
Beruf vorzubereiten.

Quelle Grafiken: Deutscher Anwalt Verein 2003
(bearbeitet von Anastasios Bakratsas)
Redakteur: Anastasios Bakratsas)
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