Erstmals in Deutschland Anbieter illegaler Musikdownloads verurteilt Veröffentlicht am Freitag, 11.Juni. @ 08:00:00 CEST
Thema: Jura News
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Erstmals ist in Deutschland ein junger Mann verurteilt worden, der illegal Musik über eine Internet-Tauschbörse zum Download angeboten hatte. Der 23-Jährige müsse insgesamt 8.500 Euro Strafe und Schadenersatz zahlen, weil er tausende Musiktitel im Netz angeboten habe, teilte das Amtsgericht Cottbus am 08.06.2004 mit.
Nach Angaben der deutschen Phonoverbände hat der Auszubildende über die Tauschbörse KaZaa Musik ins Netz gestellt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung seien 6.000 MP3-Dateien beschlagnahmt worden. Die Polizei habe neben den MP3-Dateien rund 100 Rohlinge mit weit mehr als 1.000 Musiktiteln vorgefunden. Der Internet-Provider habe die Identität des Musikpiraten der Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Der Mann sei wegen seines geringen Einkommens zur Zahlung einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt worden. Wenig später sei angesichts der umfangreichen Musikangebote außergerichtlich ein Schadenersatz von 8.000 Euro vereinbart worden. Außerdem müsse der Mann die Gerichtskosten tragen.
«Der erste Fall ist als Präzedenzfall abgeschlossen - die nächsten Fälle werden folgen», sagte der Verbandsvorsitzende Gerd Gebhardt. In Deutschland sei die Aufklärung über illegale Tauschbörsen am höchsten in Europa. 79 Prozent der Deutschen wüssten, dass Musikangebote im Internet praktisch immer illegal seien. Der Phonoverband hat bisher in 68 Fällen Anzeige gegen mutmaßliche Musikpiraten gestellt.
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beck-aktuell-Redaktion, Verlag C. H. Beck, 8. Juni 2004 (dpa).
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