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5.000 Studierende der Goethe-Uni protestieren gegen Studiengebühren
Veröffentlicht am Donnerstag, 30.Oktober. @ 12:02:59 CET
Thema: Johann Wolfgang Goethe-Universität
Johann Wolfgang Goethe-UniversitätZwei Tage nach der Entscheidung des Hessischen Landeskabinetts zur Einführung von Langzeitstudiengebühren haben sich an der Johann Wolfgang Goethe-Universität mehr als 5.000 Studierende auf dem Campus versammelt, um gegen Studiengebühren zu protestieren. Einstimmig beschlossen die Studierenden eine Resolution. Sie lautet:

Wir, die Studierenden der Johann Wolfgang Goethe-Universität, treten für ein gebührenfreies Studium ein. Wir lehnen die geplanten Langzeitstudien- und Zweitstudiumsgebühren, sowie die Einführung weiterer versteckter Gebühren, wie zum Beispiel den geplanten Verwaltungskostenbeitrag, grundsätzlich ab. Aufs Schärfste verurteilen wir das Vorhaben der hessischen Landesregierung, die Erträge aus Langzeit- und Zweitstudiumsgebühren zur Sanierung des Landeshaushalts zu verwenden. Gleichzeitig wenden wir uns gegen die Kürzung des hessischen Hochschuletats um 30 Millionen Euro. Statt dessen fordern wir Reformen zur Sicherung der Chancengleichheit beim Hochschulzugang und die Garantie auf ein kostenfreies Studium und eine eltern-unabhängige Finanzierung. Wir kritisieren die eklatante Kurzsichtigkeit der hessischen Landesregierung und fordern sie auf, das Studienguthabengesetz und das Gesetz zum Verwaltungskostenbeitrag umgehend zurückzunehmen!“

Der AStA-Vorsitzende Falk Hertfelder stellte die Pläne der Landesregierung vor. Er verdeutlichte, dass an der Goethe-Uni 13.000 und damit 25 Prozent der Studierenden von Gebühren bis zu 1.500 Euro betroffen sind. Hertfelder stellte plastisch dar, dass das Gesetz selbst besondere Härten nicht berücksichtigt:

Studierende benötigen in Frankfurt nach der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks über 800 Euro pro Monat zum Lebensunterhalt; die höchstmögliche Unterhaltspflicht der Eltern liegt jedoch bei 650 Euro. Mehr als Zweidrittel der Frankfurter Studierenden muss schon daher arbeiten, was zu Studienverzögerungen führt, die nachträglich nicht berücksichtigt werden.

Studierende, die über den zweiten Bildungsweg kommen und mit Fachabitur nach dem Fachhochschulgrundstudium an die Universität wechseln, erhalten kein neues Studienguthaben.

Hertfelder forderte unter lautem Beifall, dass die Landesregierung erst einmal die Studienbedingungen verbessern und gleiche Bildungschancen schaffen solle, bevor sie über Studiengebühren nachdenke.

Die Studierenden beschlossen einen spontanen Demonstrationszug zur CDU-Kreisgeschäftsstelle, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. 2.000 Studierende sind zur Stunde auf dem Weg. Zur gleichen Zeit fand auch an der Universität Gießen zum selben Thema eine Vollversammlung statt, an der 2.500 Studierende teilnahmen.

Nähere Informationen: auf der Demo Falk Hertfelder (0179 5482004), im AStA Thorsten Hofmann (0177/3176110) oder David Profit (0179/6643333)



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