Der Fachschaftsrat des Fachbereichs Rechtswissenschaften Frankfurt hat beschlossen sich an dem Uni-Streik der J.W. Goethe – Universität konstruktiv zu beteiligen. Das heißt unter anderem, dass wir unseren Unmut über die geplanten Gebühren in die Öffentlichkeit tragen werden, indem wir Professoren/innen dazu bewegen Vorlesungen in der Öffentlichkeit abzuhalten und über die Hochschulmisere aufzuklären.
Die Einführung von Studiengebühren wird allgemein einen negativen Effekt
auf das Hochschulstudium haben.
Die Mehrheit der Studierenden ist darauf angewiesen, zur Finanzierung ihres Studiums
und Lebensunterhaltes, Nebenbeschäftigungen nach zu gehen. Die Einführung
von Studiengebühren wird zur Folge haben, dass sich das Studium weiterhin
verzögert, indem Studierende länger für Ihre Gebühren arbeiten
müssen.
Weiterhin hat die Landesregierung in Hessen vor, die erhobenen Gebühren nicht
für die Hochschule zu verwenden, sondern in den Landeshaushalt fließen
zu lassen (Quersubventionierung).
Die Studienbedingungen an der J. W. Goethe - Universität sind durch die
vergangenen Kürzungen des Hochschuletats in Form von personeller Unterbesetzung
und materiellen Einsparungen unzumutbar geworden und führen dazu, dass
ein Studium innerhalb der Regelstudienzeit praktisch kaum noch durchführbar
ist. Überfüllte Hörsäle, zu wenig lehrendes Personal und
Korrekturkräfte, sind eine Folge von Haushaltskürzungen der Vergangenheit
und können nicht dadurch bewältigt werden, indem man wiederum neue
Einsparungen trifft und sogar Gebühren erhebt die nicht der Universität
zu Gute kommen. Dies wird zur Folge haben, dass es zukünftig noch weniger
Studierende geben wird die sich ein Studium leisten können.
Internationalen Studien zur Folge, ist der Standort Deutschland im Vergleich
zu anderen Industriestaaten der OECD ein Schlusslicht. Abiturienten/innen aus
finanzschwachen Familien werden von vorn herein von der Aufnahme eines Studiums
durch Erhebung von Studiengebühren abgeschreckt und benachteiligt. Es kann
nicht zur offiziellen Bildungspolitik verkommen, dass Bildung allgemein eine
Frage des Geldes wird und zur Klassenbildung führt.
Die Zukunft des Standorts Deutschland steht auf dem Spiel, wenn nicht genügend
qualifizierte Hochschulabsolventen/innen ausgebildet werden können, wenn
Kapazitäten und lehrendes Personal gekürzt werden und Studierenden
ein Studium durch Studiengebühren unattraktiv gemacht wird.
Mit freundlichen Grüßen
Anastasios Bakratsas
stellv. Fachschaftssprecher der Fachschaft Rechtswissenschaften
der Johann Wolfgang Goethe - Universität Frankfurt am Main
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