Am 10. Dezember
1948 haben die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet
und den Tag der Menschenrechte eingeführt. Amnesty International (ai) weist aus diesem
Anlass darauf hin, dass in vielen Ländern die freie Meinungsäußerung über das Internet
unterdrückt wird -- auch in Staaten, die ab heute an dem UN-Weltgipfel der
Informationsgesellschaft teilnehmen. Da laut ai die wenigsten Bundesbürger wissen, dass es
den Tag der Menschenrechte gibt, verteilen Menschenrechtsaktivisten heute unter dem Motto
"Wissen gegen Willkür" die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Die Aktion werde von
prominenten Deutschen unterstützt, heißt es von ai.
Währenddessen wurde heute
in Paris der diesjährige Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen an den marokkanischen
Journalisten Ali Lmrabet verliehen. Weitere Preisträger sind Michèle Montas aus Haiti und
die afrikanische Tageszeitung Daily News. Erstmals seit 1992 wurden damit neben einem
Journalisten eine Menschenrechtsverteidigerin und ein Medium ausgezeichnet. Die Preise sind
mit je 2500 Euro dotiert und werden von Reporter ohne Grenzen und der Fondation de France
jährlich am internationalen Tag der Menschenrechte vergeben.
Der Karikaturist und
Journalist Ali Lmrabet ist seit dem 21. Mai in Marokko für drei Jahre im Gefängnis. Mit
seinen Artikeln und Cartoons habe er angeblich den König Mohammed beleidigt und die
"Integrität des Staates" bedroht. Michèle Montas, Direktorin des zurzeit geschlossenen Radio
Haiti Inter, erhielt den Preis für ihr Engagement gegen die Nichtverfolgung von Verbrechen
in Haiti. Seit drei Jahren kämpfe sie für die Aufklärung des Mords an ihrem Mann, dem
Journalisten Jean Dominique, und weiterer Verbrechen an Journalisten. Die simbabwische
Tageszeitung Daily News sei seit ihrer Gründung 1999 Repressionen des Mugabe-Regimes
ausgesetzt. Als eine der letzten Zeitungen habe sie es gewagt, unabhängig über
Menschenrechtsverletzungen und Korruption zu berichten. Seit Oktober ist die Daily News
geschlossen. Einige der Mitarbeiter geben sie nun als Internet-Ausgabe von Südafrika aus
heraus.
Quelle: Heise.de
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