Werden Gesetzesverstöße mehr von älteren oder jüngeren Menschen begangen?
Immer wieder wird in den Medien das Thema Jugendkriminalität behandelt und man könnte schon fast meinen, dass nur Jugendliche und junge Erwachsene gegen das Gesetz verstoßen. Doch warum ist das so? Verstoßen jüngere Menschen öfter gegen das Gesetz oder werden einfach die Taten brutaler?
Im Allgemeinen haben Verstöße junger Menschen gegen das Gesetz nicht zugenommen. Bis zum Jahr 1998 stieg die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen kontinuierlich. Laut der polizeilichen Statistik wurden über 300 000 Tatverdächtige im Alter zwischen 14 und 18 Jahren registriert sowie etwa 240 000 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Die Zahl der Kinder, welche gegen das Gesetz verstoßen haben, beträgt 150 000. Vergleich man die Zahlen jenen aus dem Jahr 2006, ist die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren auf 280 000 gesunken – bei Kindern unter 14 um ein Drittel auf 100 000. Bei den 18 bis 21 Jährigen gab es kaum Veränderungen. Somit wurden die restlichen Verstöße gegen das Gesetz von älteren Menschen begangen. Und dies ist eine deutlich höhere Zahl, als die der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass die Anzahl der Menschen im Alter von 21 bis 65 Jahren bedeutend größer ist. Für ältere Menschen gibt es übrigens einen Chat für Ältere in dem Sie Beschwerden und Hinweise vorbringen können.
Interessant ist auch, welche Straftaten zu- und abgenommen haben. Glaubt man einer Statistik von tagesschau.de, widerspricht dies eigentlich dem Vorwurf, dass die heutige Jugendgewalt brutaler geworden ist. Die Zahl der Raub- und Tötungsdelikte ist in den vergangenen Jahren erstaunlicherweise zurückgegangen. Dagegen haben Drogendelikte – meist Cannabismissbrauch – und Körperverletzungen zugenommen. Auch Problematisch ist die wachsende Zahl von Diebstählen von Autozubehör und vor allem älteren Autos. Hier sind verstärkt Banden aus Osteuropa aktiv.